Chorprobe mal hyggelig

Juliane/ Juli 5, 2017

Es gibt Totschlagfaktoren, die darüber entscheiden, ob Du in einen Raum kommst und blitzartig glücklich und zufrieden bist oder nicht. Dazu können zählen: Ein lecker Bierchen, Chips, gemütliches Licht, 7 Menschen, die a capella „Everybody’s gotta learn sometimes“ von Beck singen. Beim Besuch der Probe von naturenoise hatten wir direkt alles auf einmal – und was soll ich sagen. Es war die reine Gemütlichkeit!

natureniose sind im wahrsten Sinne des Wortes ein (erweiterter) Familienchor. Und weil sie wie wir alle wissen, dass es viel Arbeit und Geduld kostet, die Harmonie in einer Familie aufrecht zu erhalten, strukturieren die Herzmusiker ihre Proben entsprechend: Da wäre einmal die „Socializing-Probe“, die einmal im Monat stattfindet. Weil die 7 eben auch Freunde sind und sich neben der Musik noch ein, zwei andere Dinge zu erzählen haben, wird bei dieser Probe einmal im Monat die Hälfte der Zeit gesungen und im Anschluss geso… äh Verzeihung, gesprochen.

Ein anderes Mal pro Monat wird rausgegangen – wenn ihr also Glück habt, könnt ihr die Guten gelegentlich auf den Straßen dieser schönen Stadt erleben. Hinweise dazu gibt es manchmal auf ihrer Facebook-Seite. Lohnt sich allemal, dort bei Gelegenheit vorbeizuschauen.

Zurück zu unserem Besuch. Als wir es uns im Probewohnzimmer gemütlich machen, versinke ich erstmal in dem Song von Beck. Sowieso einer meiner Favoriten, dann auch noch mit so gänsehauterregend viel Gefühl interpretiert, von tollen Menschn, die nicht bemüht knalleperfekt klingen wollen, sondern ganz entspannt singen, sodass man das ganze Riesenstück Herz heraushört, das in dem Arrangement steckt. Damit schafft jeder Song natürlich automatisch mehr als man mit reiner Perfektion erreichen kann.

Und dann entsteht mal wieder dieses großartige Gefühl, dass im ganzen Raum, in dem vorher nur Luft und gemütliche Einrichtung waren, Musik ist. Gut, es ist ein relativ kleiner Raum, 7 Menschen reichen aus, um ihn zu füllen, aber obwohl einer aus der Gang „dat Jefühl hat, dat wir noch nich’ warm jenuch sind“, kriege ich Gänsehaut auf dem Kopf, als naturenoise „Bleibt alles anders“ zum Besten geben. Und das liegt nicht (nur) daran, dass meine Mutter mich damals schon mit -7 Monaten in ihrer Gebärmutter mit auf mein erstes Grönemeyer-Konzert genommen hat.

Dem lieben Ilja neben mir juckt es offenbar permanent in den Fingern, jedenfalls groovt er während der gesamten Probe mit. So ist das wohl – einmal Chorleiter, immer Chorleiter.

Und dann naturenoise so: „Sign your name across my heart“ – Ich meine Whaaaat? Wie fabelhaft muss man sein, um diesen Song ins Repertoire aufzunehmen?! – spätestens ab dem Punkt bin ich Fan. Großer.

Kurz bevor Ilja und ich uns wieder auf den Weg machen, wird dann noch ein Song geprobt, den ich vor einiger Zeit auf mein Telefon geladen, aber nie einen Bezug dazu gefunden habe. An diesem Abend bei diesem tollen Ensemble finde ich ihn. Es geht um „Meermenschen“ von MOOP MAMA. Was ein starker, wichtiger Song. Und der wird von naturenoise mit so viel Herz abgeliefert, dass uns einerseits dessen Botschaft unangenehm bewusst wird, andererseits aber auch das eigene Herz aufgeht.

Normalerweise lasse ich die live gehörten Songs auf dem Heimweg nach den Proben immer noch im Kopf nachklingen. An diesem Abend muss ich über Meermenschen nachdenken und höre Moop Mama in der Bahn.

naturenoise, danke für den tollen „Fühlt-euch-wie-zu-Hause-Abend“. Wir freuen uns auf euren Auftritt auf dem COSOA-Festival!

Bock auf naturenoise bekommen? Zu Recht. Tickets gibt es hier: bit.ly/cosoa2017

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