When I grow old…

Juliane/ Juni 5, 2017

Diesen Text zu schreiben geht nicht, ohne zu grinsen. Genau so wenig, wie man sich mit der Band, um die es jetzt geht, in einem Raum befinden kann, ohne zu grinsen. Geht auch nicht. Nach der Probe hat eine handvoll Herzensmenschen eine Mail von mir bekommen.
 
Betreff: When I grow old..

Inhalt: Weiß jetzt endlich, wie ich sein will, wenn ich groß bin!! 

 
Ohne jetzt näher auf persönliche Musikvorlieben einzugehen, aber wenn du in einen Raum kommst und dort etwa 50 Menschen „You can’t always get what you want“ singen, ist schonmal alles gut. Jetzt mal ganz objektiv beurteilt. Wenn es sich bei diesen Menschen um High Fossility handelt, ist alles doppelt gut. Denn High Fossilty sind einfach doppelt gut. Auch ganz objektiv betrachtet.

Bezaubernd. Die ganze Zeit. Alle.

Schwierig, die Magic, die von diesem Chor ausgeht, in Worte zu fassen. Aber drei Zutaten sind besonders aufgefallen:

Gelassenheit

Mit dem Alter und den dazugehörigen Erfahrungen, die wir Menschen so machen, werden wir insgesamt lässiger, das ist kein Geheimnis. Bei High Fossility kommen nun knapp 60 SängerInnen zusammen, die auf 60+ Lebensjahre zurückschauen. Und um eine Art von Erfahrung sind sie ganz besonders zu beneiden: Sie haben erlebt, wie die Songs groß wurden, die sie heute als heißester Rock- und Popchor Berlins zum Besten geben. Hotel California, Rocking In The Free World. Damn, das war noch Musik.

Michael: Chorleiter, Gründer, und Herzstück von High Fossility

Abgefahren. Jedenfalls. High Fossility sind sowas von gelassen. Haben viele kommen und gehen sehen, haben sich selbst kennengelernt und haben vor allem nichts über für Chichi und Eitelkeiten. Für den Hintergrund ihrer Webseite haben sie Dinosaurier gewählt. #swag

Freiheit

Mit so viel Gelassenheit geht auch eine Unbefangenheit einher. Und unbefangen kommt einfach immer geiler als verklemmt und geniert. Und so kann ich eigentlich nur daneben stehen und mir innerlich denken „Man ey, es könnte so einfach sein. Peinlich ist so vieles nur in Deinem Kopf“, wenn während „Unchain my Heart“ einer der Sänger völlig lässig ein lautes „Babadububibabadabdidadu“ in die Runde schmettert. Einfach weil’s gerade passt. Mitreißend und unfassbar unterhaltsam.

Hook mit Herz

Geschichte

Trotz all der Freiheit und dem irren Unterhaltungsfaktor hat jeder Song, den High Fossility anstimmen, eine besondere Tiefe. Wenn man sich vor Augen führt, dass „War“ aus Fassungslosigkeit über einen Krieg entstanden ist, von dem einige jüngere Zeitgenossen kaum mehr wissen, dass es ihn gab, wird man doch ein Mü nachdenklich. Gut, das hält nicht lange an – maximal bis zum nächsten „HUH! What is good for“, von dem ich gedanklich wieder in den Probenraum zurückgeholt werde.
Was bleibt: High Fossility. Hier hat Musik neben der Leidenschaft zu ebendieser einen tieferen Beweggrund. Erinnerung, Warnung, Demut. Erinnere Dich daran, wie gut wir es haben, obwohl die Nachrichten vor Elend und Krieg und Terror überquellen. Und wenn du es schaffst, gib mal ein Stückchen von deinem Glück ab an diejenigen, denen es bislang verwehrt blieb. Nachrichten wie diese transportieren High Fossilty auf eine wahnsinnig sympathische, künstlerische, tolle Art.
Hotel California zum Ende der Probe gibt mir persönlich dann den Rest. Irre, wie tief Musik gehen kann. Immer wieder aufs Neue. Vor den Damen und Herren von High Fossility ziehe ich ganz besonders den Hut – ihr seid beeindruckend. Wir freuen uns alle sehr, sehr darauf, euch im Juli zu sehen.
PS: Jetzt hast Du plötzlich richtig Lust, beim COSOA 2017 dabei zu sein? Können wir sehr gut verstehen. Für Tickets bitte hier entlang: bit.ly/cosoa2017

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